Die Gier
- 23. März
- 3 Min. Lesezeit

Ich hatte am Samstag wieder einmal ein Erlebnis der besonderen Art. Eine Veranstaltung mit ca 140 Personen. Dazu habe ich mich auf Internet mal schlau gemacht, wie Gier definiert wird:
Gier (Sprache: Deutsch)
Wortart: Substantiv, weiblich
Bei Gier handelt es sich um ein Singularwort, auch Einzahlwort oder Singularetantum genannt, d. h. ein Substantiv, das ausschließlich in der Einzahl gebräuchlich ist.
Bedeutung/Definition
unmäßiges, maßloses Verlangen
Artikel/Genus
Das grammatikalische Geschlecht ist feminin, es heißt also die Gier. Alle Fälle (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ) im Singular und Plural sind unter dem Punkt Grammatik/Fälle aufgeführt.
Rechtschreibung & Silbentrennung
Gier, keine Mehrzahl
Begriffsursprung
Das Substantiv geht zurück auf mittelhochdeutsch gir und althochdeutsch giri „Begierde“, einer Ableitung des Adjektivs althochdeutsch ger und mittelhochdeutsch gir „begierig“; wahrscheinlich zusammengeflossen aus indogermanisch gher– „verlangen, haben wollen“ und indogermanisch ghei– „gähnen, den Mund aufsperren“, dem auch Geier zugrunde liegt. Das Wort ist seit dem 8. Jahrhundert belegt.
Synonyme Habsucht / Gegensatzwörter Überdruss / Übergeordnete Begriffe Charakterzug
Untergeordnete Begriffe Beutegier, Geldgier, Habgier, Liebesgier, Raffgier
Beispielsätze
Von blinder Gier gepackt raubte er den Stein und floh.
„Der General kommt herein, steht am Büfettisch und pickt nicht ohne Gier den geräucherten Truthahn und die Garnelen heraus, um die sie nach Boston geschickt hatte.“
„Wie ein unsichtbarer Virus verseucht uns die Gier.“
„Die Geschichte von Batumi zeugt einmal mehr von der Gier der Großmächte nach Öl.“
„Im Handlungsverlauf zeigen fast alle Personen des Stücks materielle und sexuelle Gier.“
Im Programm war angekündigt, dass vor der Veranstaltung ein KLEINER Imbiss angeboten wird und ca 1 1/2 Stunden später Würstl/Brot und Kuchen. Da waren belegte Brote, gerechnet für jede Person 2 Stück. Es war absoluter Wahnsinn, es waren vielleicht die Hälfte der Teilnehmer:innen da, war das Buffet leer geräumt. Also die, die etwas später eintrafen, standen vor leeren Tellern. Ich habe beobachtet, wie einige drei, - bis fünf belegte Brote auf den Tellern hatten. In der Pause wurden dann Würstl angeboten. Da standen die einen schon das zweite Mal in der Reihe, da hatten die einen noch nicht Mal das Erste auf dem Teller. Beim Kuchenwagen war es noch ein Tick schlimmer. Das Personal hatte nicht die Möglichkeit, die Platten mit den Kuchen auf das Buffet zu stellen. Da war der Wagen leer!!!!!!! Da schleppten die einen sicher bis zu 6 Stk Kuchen auf den Tellern zu ihrem Tisch. Ich behaupte, die Hälfte der Anwesenden konnte sich kein Kuchenstück ergattern. Die Krönung der GIER war dann beim Abendbuffet: Die Wärmeboxen mit den Gerichten waren noch nicht fertig auf dem Buffet aufgebaut, da holte sich der Erste doch schon einen gehäuften Teller von allem was angeboten war. Noch bevor offiziell das Buffet eröffnet wurde. Das Personal und viele Anwesende waren leicht irritiert. Die Person mit dieser Dreistigkeit und GIER schien das nicht zu kümmern, er saß Selen ruhig da und futterte seine riesige Portion.
Ich habe einige Jahre Gastgewerbe Erfahrung, ich habe viele Neu Eröffnungen von Filialen mitgemacht, aber so was ist mir noch nicht untergekommen. Sogar die erfahrene Chef de Service war mehr als nur irritiert, konnte es aber mit viel Humor und einem Augenzwinkern annehmen.
Ähnliches habe ich schon mal erlebt an einem riesigen Buffet - mit den oberen Zehntausend der Gesellschaft - da beobachtete ich eine "Dame" die sich den Teller an füllte, von Salat, über Fisch, Hauptgang und Dessert. Alles auf dem selben Teller. Die GIER ist a Hund, wie man hier zu sagen pflegt.
Im Ausverkauf kann man solche Szenen auch beobachten. Da wird in den Regalen und den Tischen gewühlt und genommen, ohne sich wirklich zu überzeugen, dass es passt oder nicht, Hauptsache ich habe etwas ergattert.
In unseren Breitengraden gibt es doch mehr als genug. Ich habe hier noch nie jemanden gesehen, der Verhungert ist, oder der zu wenig bekommen hat.
Woher kommt diese Gier, dieses ich, ich, ich? Dieses unkontrollierte nehmen, ohne Rücksicht auf die nach mir kommenden. Was treibt uns zu so einem Handeln an? Warum haben wir so Angst, zu kurz zu kommen? Der Neid geht ja in die selbe Richtung.
Gott seis gedankt, ich leide nicht unter Gier, nicht unter Neid und nicht unter Missgunst. Diese Eigenschaften sind bei mir vorbeigegangen und dafür bin ich sehr dankbar.
Um ein Erlebnis reicher, euer Pensionist.



Nach meinem Verständnis leben es uns doch die von uns gewählten gierigen Verantwortlichen vor. Ich kann kaum einen benennen, der in einem Gremium sitzt, der sich nicht gierig bereichert.
Wie kann es sein, dass so mancher politische Entscheidungen trifft, die, wenn sie sich als (sagen wir mal) ungünstig herausstellen, es für den Verantwortlichen keine Konsequenzen gibt?
Ich denke da an verbindliche Mrd-Verträge mit Maut-Automaten-Herstellern, obwohl eine Maut auf Deutschen Strassen noch gar nicht beschlossen war?
Oder es Minister gab, die „einfache“ Gesichtsmasken bei privaten Lieferanten orderten. Bestellt ist bestellt und geliefert wurde korrekt – nur bezahlt wurde mit fragwürdigen Ausreden bis heute nicht. Wie sich später herausstellte, tat es in beiden Fällen (über Umwege) ihren Bankkonten gut – und diese…
Stimmt - die Gier ist ein Luder!
Danke, dass ich nicht von diesem
Luder befallen bin.